Chronik

Unter der Initiative eines Mitgliedes der Musikkapelle Ebenau, Andreas Zenker, fanden sich 1988 einige junge Musiker zusammen und musizierten mit viel Schwung auf den alten Instrumenten der Hohen Stimmung. Anfangs bereitete das Blasen auf den schrottreifen Instrumenten einiges an Schwierigkeiten, das Instrumentarium wurde über die Jahre jedoch immer wieder verbessert, und durch intensive Probenarbeit kristallisierte sich dieses Ensemble als eine beliebte Blasmusikgruppe heraus. Ganz bewusst wurde neben der Hohen Stimmung auch in der alten Besetzung mit Helikon, Basstrompete, Es- Trompeten und Es-Klarinette gespielt.

 

Gründung:

Es war zu Pfingsten 1988 als sich 4 wackere Ebenauer gen Süden auf den Weg machten. Ausgestattet mit uralten und kaum funktionstüchtigen Instrumenten, aber auch mit enormer Motivation und einem Schwung Selbstvertrauen hatten Sie nur ein Ziel: Die Teilnahme am ersten österreichweiten Treffen der Hohen Stimmung in Peterdorf in der Steiermark.

Es-Trompete: Franz Geretschläger
Flügelhorn: Johann Haslauer
Helikon: Andreas Zenker
Klarinette: Andreas Obergschwandtner

Unsere steirischen Musikkameraden nannten uns damals schlicht: „Die vier hohen Ebenauer“

Emaus-Jünger-1988-Steiermark-02

Erläuterung der Herkunft des Namens:

1.  In flottem Dialekt gesprochen hört man nicht „Ebenau“ – sondern „Emau“.

2.  Die Musikanten sind nicht nur Ebenaus Jünger, sondern bei der Reparatur des B-Baßes barg der Instrumentenbauer eine tote Maus (diese schmückt noch heute das Probenlokal).

3. „Jünger“ sind die Ebenauer Musikanten deshalb, weil ihr Altersdurchschnitt vor 10 Jahren stark unter dem der Trachtenmusikkapelle lag.

Meilensteine

1998 feierten die Emaus-Jünger ihr 10-jähriges Gründungsjubiläum. Es gab ein gelungenes Fest u.a. mit einem hochkarätig besetzten Emaus-Festorchester unter der Leistung von Norbert und Martin Brandauer und einem Treffen der letzten hochgestimmten Blaskapellen Österreichs.

An diesem bundesweiten Treffen nahmen der Musikverein Althofen (Stmk.), der Musikverein Hochstrass (N.Ö.) und die berühmte Wiener Deutschmeisterkapelle I.A. Nr. 4 teil. 1999 wurde für das österreichische Blasmusikmuseum in Oberwölz (Stmk.) der Radetzkymarsch von Johann Strauß sowohl in Hoher Stimmung als auch in Normalstimmung zum objektiven Vergleich beider Stimmungen aufgenommen. Im Rahmen das Oktoberfestes der Brauchtumsgruppe „D´Eglseer“, welches 2003 in Elsbethen stattfand, wurde vom Emaus-Festorchester unter der Leistung von Martin Brandauer ein Konzert mit dem Motto „Alt-österreichischer Bläserklang meets Big Band“ dargeboten. Auch hier wurde, um den Unterschied der beiden Blasmusikstimmungen hervorzuheben der Marsch „Aller Ehren“ abwechselnd in seinen Teilen dargeboten.

15 Jahre Emaus-Jünger, Elsbethen 2003

Im Sommer 2007 spielten die Emaus-Jünger in großer Besetzung zum 825-jährigen Jubiläum der Namensgebung von Ebenau auf. Hier wurde der Name der ehemaligen Werksmusik von Ebenau auf die Emaus-Jünger übertragen, da sich jede am Fest mitwirkende Gruppe etwas Historisches mit Ebenaubezug einfallen lassen sollte. Dieser Einfall wirkte sich dann maßgeblich bei der Namensfindung während der Vereinsgründung im Herbst 2007 aus.

Tätigkeitsfeld der Emaus-Jünger

Die Emaus-Jünger arbeiten projektorientiert. Zu den Auftritten gehören Früh- und Dämmerschoppen, Hochzeiten, Geburtstagsfeiern, Begräbnisse, Messen, Standkonzerte und Festkonzerte. Die Fahrten zu den jubilierenden Vereinen in Hoher Stimmung zählen zu den Fixpunkten.

 Besetzungen

Es gibt drei Besetzungsvarianten:, Böhmische Partie (ca. 12-24 Musizierende), Festorchester (bis zu 48 Musizierende), Tanzlmusi seit 2009 (6-12 Musizierende), Blechquartett seit 2011

Vereinsgründung und Auszug der Statuten

Seit Frühling 2008 sind die Emaus-Jünger ein Verein unter dem Namen „Traditionsmusikkapelle des k.(u.)k. Eisen-, Kupfer- und Messingwerkes Ebenau (Werksmusik Ebenau) alias ,Die Emaus-Jünger‘‘‘

Der Verein, dessen Tätigkeit unpolitisch und nicht auf Gewinn gerichtet ist, bezweckt allgemein zur Förderung des Gemeinwohls auf kulturellem Gebiet den Zusammenschluss von Personen, die sich der Förderung der Musik widmen, vor allem der Pflege und der Erhaltung der traditionellen österreichischen Blasmusik in „Hoher k.u.k. Militärstimmung“ (a1=461Hertz).

Weitere Vereinszwecke:

  •  Die Erforschung der „Hohen Stimmung“ in der geschichtlichen Entwicklung.
  •  Kontaktpflege mit derzeit in Österreich noch in dieser Stimmung musizierenden Musikvereinen.
  •  Kontaktaufnahme mit zeitgenössischen Komponisten, damit neue Kompositionen auf die Besonderheit von Instrumenten und Besetzung Rücksicht nehmen.
  •  Hilfestellung für Musikgruppen, die in dieser Stimmlage musizieren wollen.
  •  Sicherstellung, Restaurierung und Pflege von historischen Blasinstrumenten und Percussionsinstrumenten sowie weiteren Utensilien, die im Zusammenhang der altösterreichischen Blasmusik stehen.
  •  Auseinanderssetzung mit der Geschichte des Industriestandortes Ebenau für Eisen und Messing und Kupfer – den Grundmaterialien des Metallblasinstrumentenbaus.

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